Zivilschutzverband Kärnten: Richtiges Verhalten bei Strahlengefahr

Richtiges Verhalten bei Strahlengefahr

35 Jahre Atomkatastrophe von Tschernobyl

Am 26. April 1986 ereignete sich im sowjetischen Atomkraftwerk Tschernobyl die bisher größte Atomkatastrophe der Geschichte. Die radioaktiven Strahlung, die sich auch über Österreich ausbreitete, führte zu weitreichenden Einschränkungen. Schulen, Schwimmbäder und Spielplätze wurden vorübergehend gesperrt. Die Produktion und der Verzehr von Freilandgemüse und Milchprodukten unterlagen strengen Kontrollen. Eine Großkatastrophe, die massive Auswirkungen zur Folge hatte. Wir nehmen dies zum Anlass, die Strahlenschutz-Informationen in Erinnerung zu rufen.

In jedem Fall sind die Anordnungen der Behörden zu beachten (Radio, TV, Zeitungen, Anschläge, Lautsprecherdurchsagen)! 


Vor dem Durchzug einer radioaktiven Wolke

  • Im Freien befindliche Gegenstände (Spielsachen, Wäsche etc.) und Haustiere ins Haus bringen
  • Nachbarn verständigen, denken Sie an Kinder und Hilfebedürftige
  • Glashäuser schließen, Weidetiere in den Stall bringen
  • Wenn möglich, Futtervorräte und Brunnen abdecken
  • Wohnung oder andere schützende Räumlichkeiten aufsuchen
  • Radio/TV einschalten
  • Alle Fenster und Türen schließen
  • Lüftungen abschalten
  • Wenn vorhanden, Schutzfiltersysteme einschalten
  • Zugluft vermeiden, auf Kaminöffnungen und Entlüftungssysteme achten, da hier Luft von außen eindringen kann
  • Insbesondere bei alten Fenstern und Türen die Fugen mit breiten Klebestreifen verkleben, nach einiger Zeit für Frischluftzufuhr aus angrenzenden Räumen sorgen
  • Kaliumjodidtabletten vorbereiten

Während des Durchzugs einer radioaktiven Wolke

  • Aufenthalt im Freien meiden, um möglichst wenig mit dem Fallout in Kontakt zu kommen
  • Bei Empfehlung Kaliumjodidtabletten einnehmen
  • Staubabsorbierende Raumfilter oder wenn vorhanden, spezielle "Strahlenschutzfilter" für Wohnungen verwenden
  • Längeren Aufenthalt unmittelbar vor Fensterflächen wegen erhöhter Strahlenbelastung meiden
  • Beim unbedingt notwendigen Aufenthalt im Freien sollte leicht zu reinigende Kleidung mit glatten Oberflächen (Regenschutz) und ein Mund-/Nasenschutz (Feinstaubmaske) getragen werden
  • Vor dem Betreten der Wohnung Schuhe und Oberkleidung vor der Eingangstüre ablegen und später durch Abbrausen oder feuchtes Abwischen vom radioaktiven Staub reinigen
  • Räumlichkeiten mit massivem Mauerwerk und wenigen Fenstern bevorzugen. 
  • Dachausbauten, Veranden, Holzhäuser etc. aufgrund der geringen Abschirmwirkung meiden

Nach dem Durchzug einer radioaktiven Wolke

  • Nach dem Durchzug der radioaktiven Wolke, also dann, wenn der Fallout sich aus der Luft auf dem Boden und anderen Flächen im Freien abgelagert hat, ist Reinlichkeit in jeder Hinsicht erforderlich
  • Schuhe vor dem Betreten der Wohnung ausziehen
  • Fußböden, Heizkörper, Lampen usw. feucht reinigen
  • Fenster und Fensterbänke waschen, Teppiche einschäumen und absaugen
  • Nur Staubsauger mit Feinfiltersystemen verwenden!
  • Täglich gründlich duschen, Hände, Haare und Bart besonders gründlich waschen
  • Haus und unmittelbare Umgebung (Zufahrten, Aufgänge, Balkone, Terrassen etc.) mit Wasserschlauch abspritzen
  • Bei allen Reinigungsarten Staubaufwirbelung vermeiden
  • Kein Obst und Gemüse aus dem Garten essen. Gemüse aus Glashaus bevorzugen (Empfehlungen der Behörden beachten)
  • Nach Möglichkeit Lebensmittel verwenden, die noch vor der radioaktiven Belastung (Vorrat) hergestellt wurden oder solche bevorzugen, die nur gering belastet sind
  • In jedem Fall sollten die Ratschläge und Anordnungen der Behörden beachtet werden (Radio, Fernsehen, Printmedien, Anschläge, Lautsprecherdurchsagen).


Weitere Strahlenschutz-Informationen:

Weitere Tipps für die Unfallvermeidung und die private Vorsorge gibt es im Sicherheits-Ratgeber des Kärntner Zivilschutzverbandes, der kostenlos angefordert werden kann.  

Kärntner Zivilschutzverband
9020 Klagenfurt, Rosenegger Straße 20, Haus der Sicherheit
Tel. 050-536-57080, FAX 050-536-57081
E-Mail: zivilschutzverband@ktn.gv.at  

Weiterführende Informationen gibt es auf der Sicherheits-Homepage Ihrer Gemeinde unter www.siz.cc/st_margareten.