Tier- und Umweltschutz beim Einsatz von motorisierten Gartenwerkzeugen - Eine Information des Landes Kärnten

Bildquellenangabe: kretamaris_pixelio.de

Sie erleichtern uns Gartenarbeit und sie schenken uns Zeit. Zwei Argumente für den Einsatz von motorisierten Gartenwerkzeugen. Wenn sie richtig angewandt werden spricht auch nichts gegen ihre Hilfe.
Entscheidend ist ein überlegter Umgang!

Heckenscheren sollten für ihren bestimmungsgemäßen Gebrauch außerhalb der Brutzeit von Vögeln Verwendung finden. Diese beginnt im März und endet im Oktober, 4 Monate in der kälteren Jahreszeit sollten zum Stutzen von Hausbegrünungen, Hecken und Bäumen reichen.

Hausbesitzer lassen ihren eigenen Rasen immer häufiger mit Rasenroboter pflegen. Diese sollten günstigenfalls nur unter Aufsicht und nur tagsüber mähen. Grund ist die Gefährlichkeit des Mähwerkes für Lebewesen, sowohl für Kinder als auch für Haus- und Wildtiere wie Igel. Igel werden des Nächtens Opfer dieser Werkzeuge da sie sich zusammenrollen statt wegzulaufen.

Wichtig ist das Bewusstsein, dass Mähroboter eine völlig verarmte Natur fördern. Als Ausgleich für deren Einsatz sind Artenvielfalt fördernde Maßnahmen zu ergreifen. Ich denke hier an Wildblumen und- sträucher, die zahlreiche Insekten, Amphibien und Vögeln ernähren.

Gärten zählen zu den letzten Rückzugsorten für „Natur“. Im Zeitalter von, durch den Klimawandel bedingte, Umweltkatastrophen hat jeder Gartenbesitzer die Möglichkeit aktiv an der Förderung von Vielfalt mitzuwirken und nicht noch zusätzliche private Wüsten zu bilden!

Jeder Quadratzentimeter eines natürlichen Gartens trägt zum Klimaschutz bei.

Noch gefährlicher für Igel und andere Gartenbewohner als Mähroboter sind Freischneider und Fadenmäher. Mit den motorisierten Sensen werden Rasenkanten und das Grün unter Büschen und Hecken geschnitten. Nur eine Sichtkontrolle in solche potentiellen Schlafstätten von Wildtieren schützt diese Tiere vor dem sicheren Tod. Oder deren Nichtanwendung, weil erkannt wird, dass „Wildnis im Garten“ höchst wertvoll ist.

Übrigens – der Schnittzeitpunkt für eine höhere Wiese ist idealerweise tagsüber an einem trockenen Tag. Der Grund ist, dass naturnahe Flächen erwünschte Rückzugsorte für „wilde Tiere“ darstellen. Frühmorgens sind Amphibien wie Kröten, Frösche und Schlangen, durch ihren Stoffwechsel als wechselwarme Tiere, verlangsamt und werden dann durch mähendes Schneidwerkzeug getötet.

Als Tierschutzombudsfrau appelliere ich, moderne Technik verantwortungsvoll zu nutzen!

Mag. Dr. Jutta Wagner, Tierschutzombudsfrau, März 2021

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